Saigon
Saigon.
Heisst natürlich Ho-Chi-Minh-Stadt. - Aber Selbst die Einwohner bleiben bei Saigon. Nur auf Behördenformularen und
bei offiziellen Angaben wird der lange Name verwendet.
Wenn man uns fragt, was einem von Saigon am besten in Erinnerung geblieben ist, dann ist das mit Sicherheit der
Strassenverkehr. Schon die Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt (eigentlich ist überall Innenstadt) ist
atemberaubend in jeder Hinsicht. Offiziell 8 Millionen Einwohner (gefühlt das doppelte) fahren auf 4 Millionen Mopeds.
Ein Auto wird umkurvt wie ein Taucher von einem Makrelenschwarm. Rechts und links wird überholt, geschnitten, gehupt
und geklingelt. aber alles ist im fluss und niemand bleibt stehen.
Verkehr in Saigon - Video by ralfnickolaus.de - die Lupe sorgt für Grossbild
Da sitzen tw. 3,4 oder 5 Personen auf einem Zweirad,. Dabei wird auf den Mopeds transportiert, was nur geht.Da werden
meterlange Bretter transportiert,die 5-köpfige Familie macht auf einem Moped einen Ausflug, Es scheint einWunder zu
sein, das sowenig Unfälle passieren. Regeln scheint es keine zu geben und für eine bestandene Führerscheinprüfung
sollte es eigentlich reichen unfallfrei einen Zielpunkt zu erreichen. Am Abend wird uns der Geschmack von 2-Takt-Gemisch
auf der Zunge kleben.
Mittagessen im PHQ2000. Das kleine Eckrestaurant wurde am 19.11.2000 schlagartig bekannt, als US Präsident Bill Clinton
während eines Besuches in Saigon, seine Delegation dadurch schockierte, daß er beim Spaziergang durch die Stadt
plötzlich hier Essen wollte. Daraufhin wurde blitzschnell die Strasse abgesperrt und seitdem steht auf der Speisekarte
das Präsidentenmenu. Selbstverständlich haben wir genau dieses Menu gegessen: Chicken Noodle Soup, Spring Rolls und
Mango Juice. Einfach, aber gut.
|
|
|
...weitere Fotos in der Saigon - Fotogalerie..
hier...
|
Unsere Unterkunft, das Windsor Palace Saigon“ bietet von 20 Stockwerk einen interessanten Blick über die Stadt. Ziemlich
wenig Hochhäuser dafür überwiegend 3-geschossige, kleine, eng aneinanderliegende Hauser. Kanalisation isr sehr ausbaufähig.
d.h. tw nicht vorhanden. Ein Spaziergang am Abend durch die City ist Pflicht. In der Nähe des schön beleuchteten
Rathauses liegen die hochwertigen Einkaufsstrassen und alle Namhaften Designer und Modelabels haben hier Filialen.
Ein Besuch im Präsidentenpalast. Der ehemalige Palast heist „Wiedervereinigungspalast“ und beinhaltet nunmehr eine Ausstellung
der 60er Jahre.Mit dem geballten Charme einer städtischen Bibliothek. 1966 wurde das Gebäude neu aufgebaut um nach dem Fall
des Südens in Wiedervereinigungshalle umbenannt zu werden. Die Namensgebung hat einzig den Grund, das Gebäude für
Touristen attraktiv zu machen. Die alten Möbelstücke die dort gezeigt werden langweilten uns schon nach ein paar Minuten.
In den Mauern scheint auf gespenstige Art der Zeitgeist der 60-70 Jahre gefangen zu sein. Beim Rundgang durch Bankettsäle,
Konferenzräumen, und Empfangshallen fühlt man sich an alte James Bond Filme erinnert. Im Untergeschoss gibt es noch eine
alte Kommandozentrale mit einigen alten Funkgeräten. Da wir den feudalen Lebensstil des Präsidenten in guter Erinnerung
halten wollten haben wir uns das Untergeschoss dann aber auch erspart ?.
Auf dem Dach steht ein alter Hubschrauber der Armee und vor dem Palast stehen 2 Panzer der Nordvietnamesischen Armee,
die am 30 April 1977 die Mauer dieses „Palastes“ durchbrachen und damit den Fall Südvietnams besiegelten.
In der Stadt stehen an vielen Strassenecken uniformierte Staatsdiener. Diese sind allerdings unbewaffnet und als
Touristenführer und Ansprechpartner vor Ort. Wer etwas sucht oder Informationen braucht, spricht sie an.
Nach dem Abendessen fahren wir durch die Fischschwärme zurück ins Hotel. Das Laufband im oberen Stock unseres Hotels
bietet einen wunderschönen Blick über die Skyline Saigons.
Die Tunnel von Cu Chi
Während des Vietnamkriegs galten einige Dörfer im Bezirk Cu Chi als Hochburg der Vietcong. Die Kämpfer mussten ständig
vor dem Amerikanischen Soldaten auf der Hut sein. Die Vietkong-Guerillas entzogen sich dem Zugriff, indem sie buchstäblich
vom Erdboden verschwanden und sich vergruben. Das Resultat sind die Tunnelsysteme von Ch Chi.
In kleinen Strohüberdachten „Klassenzimmern“ im Dschungel ,bekommen wir die Tunnelsysteme anhand von Modellen erklärt und
sehen einen alten Propagandafilm, der einmal die Kriegszeit aus der anderen Sicht zeigt, als das was wir durch die Medien
immer zu sehen bekamen. - Sehr interessant.
Durch einen Pfad durch das dichte Gestrüpp gab es Informationen und Hinweise über tödliche Tarnbomben, kaschierte Falltüren
und die überwachsenen Bombenkrater. Aus den Überbleibseln der amerikanischen Bombenkörpern, sägten die Partisanen Spitzen
für die Fallgruben. Und dann ging es in die engen Gänge für die die wollten.
|
|
|
...weitere Fotos in der Cu Chi - Fotogalerie..
hier...
|
Kriechen ist eher angebracht, denn die Gänge sind sehr eng. Für Yasmin war nach dem ersten Meter Schluss, denn gegen ihre
subterrane Panikattacke war kein Kraut gewachsen. Die Eingänge der klaustrophobischen Gänge sind teilweise in der Größe
eines DinA4 Blattes. Unter einem, durch Blätter getarnten Holzbrett, kann man sich in die Öffnungen nach unten drücken.
Mit den nach oben gehaltenen Armen verschliesst der richtige (Touristen) Partisane über sich den Eingang wieder. Klingt
nicht nur eng,. Das war es auch, aber ich habe es geschafft ? . Einige Stollen wurden allerdings auch für die Besucher
erweitert um auch korpulenteren westlichen Besuchern diese Erfahrung zu ermöglichen. Unter dem Hinweis, das es hier früher
in völliger Dunkelheit zuging, und selbst der Abraum des Tunnelbaus Unterwasser in den Fluss getragen wurde, kann man
sich grausam vorstellen, was es hieß , über Wochen ohne Lichtstrahl Widerstand zu leisten. Anhand von Modellen zeigte man
Yasmin & mir, wie aus Blindgängern auf einfallsreiche Weise tödliche Minen gebastelt wurden. Ebenso demonstrierte uns man
Stolz, wie man durch ein ausgeklügeltes Abluftsystem, den verräterischen Rauch der unterirdischen Feuerstellen, erkalten
und entfernt ohne Rauchzeichen entweichen ließ.
Besuch in Cu Chi - Video by ralfnickolaus.de - die Lupe sorgt für Grossbild
Die Tunnelsysteme wuchsen bis 1965 auf über 250 KM Länge an. Hier durch waren die Vietcong in der Lage Saigon nach
belieben zu infiltrieren. Ein Abschnitt führe waghalsiger Weise sogar direkt unter dem US-amerikanischen Armeestützpunkt
Cu Chi hindurch. Auch wenn der Lehmboden die Arbeit erleichterte. So gab es eine Vielzahl von Hindernissen wie z.b. Schlangen
und Skorpione. Nach den Flächenbombardements der US-Armee fehlte sogar das Holz zum abstützen der neuen Tunnelabschnitte,
so das sogar Eisenpfosten von Zäunen der feindlichen Stützpunkte gestohlen wurden. Lüftungsschächte wurden mit Laub und
Termitennestern getarnt. Um den Deutschen Schäferhunden der Amerikaner ihren Geruchssinn zu nehmen , wurde um die
Abzugslöcher Pfeffer gestreut. Auch benutzen die Kämpfer wenn möglich, die selbe Seife wie die Gis. Die mehrstöckigen
Tunnelsysteme enthielten Latrinen, Brunnen und Versammlungsräume. Behelfsmäßige Krankenstationen wurden aus dem Lehm
gekratzt. Operationen wurden im Schein von Kerzen und Taschenlampen vorgenommen, die medizinischen Instrumente aus
Bombensplittern gefertigt.
Vorbei an Bildern der Helden und kleinen Souvenirständen beenden wir unsere Besichtigung der Tunnelsysteme und durch die
Mittagshitze fahren wir zurück, durch die Fischschwärme, ins Hotel.
Am Abend lassen wir uns vom Hoteltaxi in die Stadt chouffieren und suchen das empfohlene In-Restaurant „quan an ngon“.
Nach langem Spazieren sehen wir es schon von weitem durch die Traube wartender Besucher vor dem Eingang. Nach gutem Zureden
und kurzer Wartezeit gab es dann doch ziemlich schnell einen Platz im überfüllten Lokal.
Hier gibt es authentische vietnamesische Küche.
...folge uns ins - Mekong-Delta
|
Es ist schwierig ein Land zu bereisen das uns vorher kaum bekannt war. Noch schwieriger wird es, wenn man sich mit der Geschichte des Landes auseinandersetzt. Hat Vorurteile oder falsche Vorstellungen.Vietnam lebt eigentlich die letzten 400 Jahre im Krieg. Erst seit 1986 kehrte Ruhe ein....
|