Momente im Mekong Delta

Mekong Delta

Wir verlassen Saigon am nächsten Morgen mit den Fischen .-) über den „Highway Nr.1“ Richtung süd-westen. Egal wo die Strassen hinführen, es wird sich immer direkt an der Strasse angesiedelt. Das Leben findet immer direkt am Straßenrand statt. Dadurch ist schnelles Fahren nicht möglich. Irgendwann wird es ländlicher und die Bauern und Familien bekommen vom Staat Parzellen zugeteilt. Die Größe berechnet sich aus den Mitgliedern der Familie und der Bauer kann entscheiden, ob er Fischteiche anlegt oder Reis anpflanzen möchte.

Wir überfahren die ersten kleineren Nebenarme des Mekong und hier spielt sich das Leben dann schon überwiegend im und am Wasser ab.Die Holzhütten stehen dicht an dicht, auf Pfählen errichtet am Ufer der Flussarme. Der Verkehr auf dem Wasser bestehtaus Holzbooten. Um unser Mittagessen zu erreichen müssen wir in ein kleines Holzboot umsteigen. Der knatternde und quallmende Aussenborder bringt uns entlang eines Mekongarmes zu einer kleinen Insel im Fluss. Sicherlich hat man schon auf uns gewartet, denn die handwerkliche Vorführung der Herstellung von süssen Bonbons aus Kokosnuss beginnt sofort bei unserer Ankunft. Später fahren wir einen knappen Kilometer mit einem Ochsenkarren. Dabei habe ich das Bedürfniss auszusteigen und dem armen Ochsen ein wenig beim ziehen zu helfen. Sicherlich ist es kein leichtes die schwereren Touristen durch die warme Gegend zu ziehen. Ein volles Mittagsprogram wurde durch eine Gesangseinlage folkloristische Waisen gefüllt.
Tan An , im Vorgarten des buddhistischen Tempels Can Tho , Bootsführer warten auf Kundschaft Can Tho , Wasserbüffel beim Bad im Fluss
...weitere Fotos in der Galerie Mekong Delta..  hier...
Obstteller mit Drachenfrucht, Jackfruit, Ananas und Pamelo standen für uns bereit .Yasmin durfte sich zwischenzeitlich eine 4 Meter Anakonda über die stolzen Schultern legen und eine anschliessende Bootsfahrt brachte uns zum Mittagstisch. Ein Elefantenohr (Fisch) wurde vor unseren Augen fachmenisch zerlegt und schmeckte ausgezeichnet. Auch die bei einem traditionellen vietnamesischen Essen immer angebotenen Scampis fehlten nicht.

Vor unserem Etappenziel in Kan Tho gab es noch eine Überfahrt mit der Fähre. Hunderte Mopeds warteten mit uns zusammen am Anlegeplatz. Dieser war sogar überdacht und die Wartezeit wurde mit einer TV Grossbildleinwand überbrückt. Die Fähre war bis auf 2 Autos komplett mit Mopeds gefüllt . Autofahrer haben es schwer in Indochina. Unser Bus musste eine Fähre warten.

Kan Tho

Am Abend erreichten wir „Golf Hotel“ Kan Tho. Den Portrais hinter der Rezeption zu folge, haben hier schon die Präsidenten der mächtigsten Länder unserer Erde genächtigt. Es schein das beste Hotel am Platze zu sein, was allerdings nicht unbeding aussagekraft hat.:-) Ausgerechnet an diesem Abend feierte die Stadt ein Tourismusmesse / Tourismusfeier. So richtig haben wir den Grund nicht herausbekommen. Dafür war es so dermassen voll in der Stadt, das man nicht umkippen konnte. Wir drückten uns an der Promenade entlang und fanden ein Restaurant mit Flussblick, das nach 15 Minuten Wartezeit auch für uns Plätze organisierte. Das die Stadt am Abend ein Feuerwerk veranstaltete führe ich einfach mal auf unseren Besuch zurück….:-))

« Mein Kleiner macht schon in den Megkong ! »

H. Unterkircher
Der Mekong und seine Nebenarme sind Lebensader und – Raum zugleich.Der Fluss dient als Transportweg sämtlicher Waren und Umschlagplatz selbiger.
Auf den „schwimmenden Märkten“ von Kan Tho erleben wir den Warenumschlag auf dem Wasser. Alle Arten von Obst und Gemüse werden hier in „Grossmarkt-Manier“ gehandelt. Jedes Schiff zeigt seine Waren durch das präsentieren der Ladung am Schiffsmast. Es wird gefeischt und geschleppt. Das tuckern der Aussenborder untermalt das geschäftige Treiben. Jedes Schiff ein Familienbetrieb; und mit Nachwuchs und Hund wird auf dem schwimmenden Geschäft auch gewohnt. Das Leben ist hart und schwer hier. Auch wenn die Motive so malerisch sind. Viele Einwohner leben direkt am Wasser in, auf Pfählen stehenden, Wellblechhütten. Dicht an dicht hat jede einen kleinen Steg zum Wasser. Hier werden die Haare, das Geschirr oder die Wäsche gewaschen, die Notdurft verrichtet und Wasser mit Plastikeimern für den Verbrauch entnommen. Viele haben auch eine Angel für das Abendessen ausgeworfen.

Die Fänge der Fischer besuchen wir dann auf dem Fischmarkt in Kan Tho. Hier stinkt es ersteinmal unglaublich. Vergleichbar mit dem Aufbau heimatlicher privater Flohmärkte, sind die Stände eng unter einem Dach aneinander gereiht.Stolz werden die Tiere in Schüsseln angeboten, werden Fische geschuppt und zerlegt. Einige Tiere hüpfen auf dem Boden rum, vieles Angebotene lebt noch. Schlangen ringeln sich abgepackt in Beuteln durch die Auslagen. Kleine Oktopusse, Aale, Krabben, Shrimps oder Krebse warten auf Weiterreise. Auch Gemüse und Fleisch wird angeboten. Wobei die Darreichungsform für Europaer nicht gerade gewöhnlich ist. Da werden gerüpfte Kücken angeboten, Schweineköpfe, Innereien oder auch ein Schlund mit Magen hängt bei 40 Grad am Hacken. Zumindest muss hier alles frisch sein, ohne unsere gewohnte „Kühlkette“ werden die Lebensmittel hier nicht lange lagern können. Uns reicht es dann, wir sind froh wieder frische Luft zu haben als wir den Markt verliessen.

Chau Doc

Wir fahren 150 Km nordwärts in die Stadt Chou Doc. Für diese Strecke brauchen wir knapp 4 Stunden.Die von Fahradfahrern und Moped beanspruchten Strassen lassen es nicht zu schneller zu fahren. Jede neue Strasse wird sofort besiedelt wobei die fehlenden Bürgersteige dafür sorgen das Läden und Geschäfte direkt am Strassenrand stehen.

Unser Hotel in Chou Doc ist das Victoria. Das Hotel besitzt einen Bootssteg. Von hier aus werden wir morgen Vietnam per Schnellboot verlassen. Heute starten wir von hier einen Ausflug in ein Dorf der Cham.
Vorbei an Fischzuchten tuckern wir den Fluss aufwärts. Über Felder und wackelige Holzstege führt uns der Weg ins Dorf. Die Cham ist eine der ethischen Minoritäten. Über 100 traditionelle Volksstämme gibt es in Vietnam.Während unserem Besuch, werden wir bei unserem Spaziergang durch das Dorf von Kindern begleitet.Sie verkaufen Kekse und hoffen auf kleine Spenden. Die Führung zeigt uns die kargen Holzhütten.In der Mitte des Dorfes steht ein etwas grösseres Holzhaus. Hier wird Unterricht erteilt und an den Wänden sind Bilder aus alten Zeiten zu sehen.

Chau Doc ist keine Touristenstadt. Ein Spaziergang durch die Stadt zeigt wieder einmal wie schwierig das Leben in Vietnam ist. Luftballons mit Gasfüllung sind für die Kleinen etwas Besonderes. Garküchen warten mit winzigen Plastikstühlen auf der Strasse auf Kunden. Die ganze Innenstadt scheint ein einziger Markt zu sein. Billiges Plastikspielzeug und Räucherstäbchen. Eng ist es und es stinkt gewaltig.Der Boden ist übersät von Obst und Gemüseresten. Hygiene ist so gut wie nicht vorhanden. Müll und Dreck überall. Die Häuser sind nur bis zum ersten Stock gemauert. Der Aufbau ist aus Holz oder Wellblech. Das Leben ist hart. Hier schneidet jeder jedem die Haare.

Can Tho Can Tho Chau Doc , Impressionen
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Am nächsten Morgen verlassen wir über ein Schnellboot am hauseigenen Bootssteg das Hotel „Victoria“.Unsere Koffer werden in den Laderaum verfrachtet. Die Fahrt nach Phnom Penh dauert ca 3 Stunden.Auf dem Fluss bemerkt man oft Brandgerüche, es riecht nach verbranntem Gummi. Viele verbrennen Ihren Unrat am Ufer des Mekong. Wie ein Voyour blicken wir für winzige Einblicke in das einfache Leben der Flussbewohner. Fast jede Familie hat einen Fischer auf dem Wasser. Aus dem Nebenarm heraus öffnet sich der Mekong zu einem sehr breiten Gewässer. Der Hauptstrom ist mehrere hundert Meter breit. Während der Regenzeit sind die Flussufer regelmässig überschwemmt. Jeder Reisernte der anliegenden Felder ist dann verdorben. Hier sind alle abhängig von den Launen des gelben Flusses.

Nach einer Stunde Fahrt legen wir bei Khaorm Samnor an. Ersteinmal in Vietnam ausreisen und 20 U$ Ausreisegebühr bezahlen - Der Grenzpunkt am Flussufer liegt in der Kandal Provinz und scheint ziemlich verschlafen zu sein. Mit Ausnahme unserer Besuchszeit, denn just zu diesem Zeitpunkt wollten fast hundert Personen mit uns über die Grenze. Dieser Andrang sorgte für gehörigen Stau, da die Grenzer mit fast unendlicher Akrebie die Ausreiseformalitäten jedes Touristen abarbeiteten :Visum und Bild überprüfen und noch einmal Visum und Bild überprüfen, skeptischer Blick auf das Passbild und Vergleich mit dem Gesicht vor dem Schalter. Danach werden mit Wucht, und der Präzision einer CNC Maschine, verschiedene Stempel in alle Pässe und Unterlagen gebrettert. – Zumindest jetzt, nach einer Stunde Wartezeit, hätte der stolze Krieger mit der Stempelvollmacht einmal lächeln können…..

Die Fahrt bis Phnom Penh dauert dann nocheinmal ca 2 Stunden. Der Motor in unserem Schnellboot sorgt zwischenzeitlich für einen temponären Tinitus in meinem rechten Ohr. Durch die gleichbleibende Geräuschkulisse schlafe ich kurz ein und wache erst auf als der Motor an Drehzahl verliert…

...wir landen an in - Phnom Penh



Geschichte Vietnams

Es ist schwierig ein Land zu bereisen das uns vorher kaum bekannt war. Noch schwieriger wird es, wenn man sich mit der Geschichte des Landes auseinandersetzt. Hat Vorurteile oder falsche Vorstellungen.Vietnam lebt eigentlich die letzten 400 Jahre im Krieg. Erst seit 1986 kehrte Ruhe ein.... Weiter

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